Vorsichtiger Ansatz der USA
Gemäss dem am Mittwoch (19. Februar) veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) erkannte eine Mehrheit der Fed- Entscheidungsträger an, dass das hohe Mass an Unsicherheit einen vorsichtigen Ansatz bei der Erwägung weiterer Anpassungen der Geldpolitik rechtfertige.
Zahlreiche Teilnehmende schlugen vor, dass der Ausschuss den Leitzins auf einem restriktiven Niveau halten könnte, wenn die Wirtschaft robust und die Inflation hoch bleibt. Umgekehrt stellten mehrere fest, dass die Politik gelockert werden könnte, wenn sich die Arbeitsmarktbedingungen abschwächen, die Wirtschaftstätigkeit nachlässt oder die Inflation schneller als erwartet auf 2% zurückgeht.
Viele politische Entscheidungsträger betonten die Notwendigkeit, weitere Beweise für eine nachhaltige Desinflation zu erhalten. Die Teilnehmenden betonten auch die potenziellen Risiken der von US-Präsident Donald Trump gewünschten Migrations- und Handelspolitik, die die Verlangsamung der Inflation in den USA verzögern könnten.
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Im Gegensatz zu den USA hat die Schweiz eher ein Desinflations- als ein Inflationsproblem.
L’inflation américaine proche de 3%
Zur Erinnerung: Die US-Inflation liegt immer noch näher bei 3% als bei den von der US-Notenbank angestrebten 2%. Die Verbraucherpreise sind im Januar stärker gestiegen als erwartet. Auch die Energie- und Lebensmittelpreise sind im Januar gestiegen, was zu einem deutlichen und allgemeinen Anstieg des gesamten Verbraucherpreisindex führte. Auch die Produktionspreise stiegen stärker als erwartet, was darauf hindeutet, dass der Inflationsdruck in den kommenden Monaten bei rund 3% bleiben wird.
Da sich die US-Inflation nicht mehr dem Zielwert der Fed von 2% nähert, scheint der Spielraum für eine Leitzinssenkung sehr begrenzt zu sein. Ein solider Arbeitsmarkt und ein Wirtschaftswachstum in der Grössenordnung von 2,5% sind weitere Gründe, warum die Notwendigkeit sinkender US-Leitzinsen abnimmt.
In der Schweiz sinkt die Inflation weiter
Im Gegensatz zu den USA hat die Schweiz eher ein Desinflations- als ein Inflationsproblem. Die Verbraucherpreisinflation in der Schweiz fiel im Juni 2023 in den Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 0% bis 2% und ging weiter zurück. Dies veranlasste die SNB, ihren Leitzins seit März 2024 um insgesamt 125 Basispunkte auf 0,5% zu senken. Im Januar sank die Inflation weiter auf 0,4%. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf die Senkung der Strompreise im Januar zurückzuführen.